Pavel Krištof, Technical Account Manager ANASOFT
Firmen, die sich dafür entscheiden, einen Teil ihres IT durch Outsourcing abzudecken, bzw. die gesamte IT-Infrastruktur einem externen Partner übergeben, erwarten von diesem Schritt verschiedene Vorteile. Manch einer möchte sich einfach nicht um die Dinge kümmern, die nicht sein Core Business betreffen, andere hoffen auf eine Kosteneinsparung, weitere auf einen besseren Zugang oder eine bessere Sicherheit des IT-Bereichs.
Natürlich gibt es auch Firmen, bei denen IT-Outsourcing überhaupt keine gute Wahl sein muss. Das schlechteste Szenario ist jedoch, wenn Sie sich für das Outsourcen des Firmen-ITs entscheiden und dann feststellen müssen, dass sich die Dinge überhaupt nicht so entwickeln, wie Sie es erwartet haben. Meistens liegt die Ursache in der Auswahl eines schlechten Anbieters.
Welche Sorgen kann Ihnen ein ungeeigneter Outsourcingpartner bereiten?
Sie schämen sich für ihn
Viele Firmen gehen heute unter den Preis. Sie wählen einen Anbieter aus, der um ein Drittel billiger ist und wundern sich dann, dass ihnen dann in den repräsentativen Firmenräumen mit striktem Business Dresscode verrauchte Gestalten in kurzen Hosen rumlaufen.
Er blendet Sie künstlich
Ein niedriger Preis muss nicht immer ungeeignete Kleidung und schlechtes Auftreten zur Folge haben. Wenn zum Beispiel der Kunde darauf besteht, dass einmal pro Woche bei ihm ein Spezialist für einen ganzen Tag sitzt, auch wenn dies in Wirklichkeit nutzlos ist. Ein fairer Partner macht Ihnen klar – auch wenn er bei einer solchen Vorgabe gut verdienen kann, dass dies uneffektiv ist, da unnötige Stillstandzeiten entstehen können. Ein unhöflicher Partner setzt einen Studenten für den Preis eines Spezialisten zu Ihnen und setzt den gesamten Admin-Zugang zu Ihrem gesamte IT einer Studentenaushilfskraft aus, die weder Ihrem Unternehmen noch Ihren sensiblen, ihr unbeschränkt zugänglichen Daten gegenüber loyal sein muss.
Sie erleben nicht den geforderten Leistungsumfang
Auf dem Papier versprechen viele alles. Nicht alle Kunden prüfen detailliert die Qualität der Mitarbeiter des Outsourcingpartners. Wenn Sie sich zum Beispiel für Fachzertifikate, reale Erfahrungen aber auch für die zugänglichen Kapazitäten interessieren, kann mit der Erfüllung der Vertragsbedingungen und dem garantierten Leistungsniveau schnell ein Problem auftreten. Wenn der Anbieter über die erforderlichen Kenntnisse nicht verfügt, dauert die Lösung eines Problems, wie zum Beispiel die Einstellung der Server, einen ganzen Tag, während ein Profi dafür nur eine Stunde braucht. Ein anderes Problem kann eintreten, wenn Sie vertragsgemäß ein Problem innerhalb einiger Stunden abstellen müssen und der unterdimensierte Anbieter Ihnen niemanden schicken kann, da seine Leute gerade ein Problem bei einem anderen Kunden löschen.
Der Support gilt nicht für alle Technologien
Mit menschlichen Ressourcen hängt das Risiko zusammen, dass der Outsourcingpartner nicht alle Technologien abdeckt, die von Ihren Mitarbeitern in der Firma genutzt werden. Heute kommen die Mitarbeiter mit eigenen Smartphones, Tablets und auch Laptops ins Büro. Wenn ein Anbieter nur mit Windows Erfahrungen hat, kann sein Admin ein Problem haben, die erforderlichen Einstellungen an eine Mac- oder Android-Enklave vorzunehmen, damit die Sicherheitsrisiken richtig eliminiert werden.
Sie werden zum Vasall des Anbieters
Nimmt Ihr Outsourcingpartner verschiedene Konfigurations- oder Systemänderungen vor und aktualisiert die IT-Dokumentation nicht, können Sie leicht in seine Gefangenschaft gelangen. Ohne gründlich dokumentierte IT-Infrastruktur, inkl. Detaildiagramme Konfigurationsbeschreibungen und Anleitungen zur Lösung vergangener Probleme, die auch jemand „von außen“ versteht, kann die Änderung des Outsourcingpartners teuer und kostspielig werden.
Sie stellen die Daten einem Risiko aus ...
Einige Outsourcinganbieter sind wie Schafe und erfüllen die Vorgaben des Kunden ungeachtet der möglichen Folgen. Will eine Firma über ein öffentliches Protokoll einen Fernzugang zur Firma einstellen, bedeutet dies, dass sie ihr lokales Netz über ein nicht chiffriertes Netzt an die Öffentlichkeit publiziert. Ein guter Partner erfüllt nicht kopflos, was der Kunde ihm sagt, sondern denkt über die Folgen nach, auf die er ihn anschließend auch hinweist. In diesem Fall schlägt er vor, bei dem Hauptfirewall über das Sicherheitsprotokoll ein virtuelles privates Netz anzulegen, damit die Kommunikation zwischen dem entfernten Computer und dem Firmennetz chiffriert und sicher ist.
... oder sie können auch verloren gehen
Wenn Sie denken, dass Ihre Daten sicher sind, weil sie der Outsourcingpartner ständig sichert, kann dies auch nur eine Illusion sein. Die Daten müssen nicht nur gesichert, sondern anschließend auch kontrolliert und getestet werden, ob sie funktionstüchtig sind. Mit anderen Worten, das Datensichern kann scheinbar in Ordnung erfolgen, aber ohne Kontrolle kann es passieren, dass Sie in einem halben Jahr, wenn Sie die gesicherten Daten wiederherstellen wollen, feststellen, dass es nicht funktioniert.
Sie erleben unschöne Überraschungen
Egal, ob der Outsourcingpartner inkompetent oder raffiniert ist, kann er Ihre IT-Ausgaben wesentlich erhöhen. Als Beispiel führe ich einen unserer Kunden an, der unlängst einen neuen Datenbankserver brauchte. Von einem seiner Lieferanten erhielt er einen Vorschlag für ein überdimensioniertes Gerät, welches nicht einmal im elektronischen Bankwesen eingesetzt wird. Ein guter Partner ist auch ein guter Berater für Sie und lässt Sie nicht unnötig mehr Geld für Hardware rauswerfen, als nötig.